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72 Seiten,
13,5 x 21,5 cm, Fadenheftung im Festeinband, durchgehend
Zeichnungen in Weinrot.
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ISBN 978-3-947646-67-8
Normalausgabe: 20 EUR
Vier Vorzugsausgaben:
A = zehn Exemplare (Nr. 1-10) mit vier Lithografien,
davon zwei coloriert, und einer Tuschezeichnung aus
den Entwürfen des Buches (freie Auswahl)
275 EUR
B = zwanzig Exemplare (Nr. 11-30) mit den beiden Lithografien
"Traum" und "Fee"
100 EUR
C/D = je 45 Exemplare (Nr. 31-75) mit einer der beiden
Lithografien zu 60 EUR
Die Handabzüg der Steinzeichnungen wurden von Christian
Müller (Wurzbach) gedruckt, geliefert im moosgrünen
Buchschuber von Silke Steinhagen (Weimar)..
Bestellungen über den Herausgeber
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Der
Band vereint Märchen aus drei Jahrzehnten. Unter
anderem werden die Begegnungen mit einer Ein-Wunsch-Fee
erzählt: Einer seltsamen Fee, die nur einen einzigen
Wunsch erfüllt. Manche meinen, sie habe in der
Feen-Schule nicht aufgepasst und könne keine drei
Wünsche erfüllen, wie das bei Feen sonst üblich
ist. Sie selbst aber behauptet, sie wolle nur einen
Wunsch erfüllen, um die Menschen zu lehren, dass
sie auf ihre Wünsche achtgeben. Nur aus Schaden,
würden sie klug.
Ob das wohl stimmt? Wer einer solchen Fee begegnet,
sollte genau bedenken, was er sagt. Denn es zeigt sich
in dem Buch, dass die Menschen allzu oft Opfer ihrer
eigenen Wünsche werden ...
Das zweifarbig gedruckte und in Halbleinen gebundene
Buch enthält Federzeichen des Autors in Weinrot.
Einer Vorzugsausgabe liegt je eine Lithografie des Verfassers
bei, den ersten 15 Exemplaren zudem eine Handzeichnung
aus den Buchentwürfen.

 

Erste Reihe: die Lithografien "Traum I" und
"Traum II" (letztere aquarelliert)
Zweite Reihe: die Lithografien "Fee II" (aquarelliert)
und "Fee I", 23 x 21 cm
Unten: Tuschezeichnung, Entwurf zur "Ein-Wunsch-Fee"
(Eine Übersicht aller lieferbaren Tuschezeichnungen
ist per Mail abrufbar.)
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Leseprobe:
Das Cleverle
Er war ein Mann der Medien, ein Vollblutjournalist, Moderator
und Entertainer, dem niemand mehr etwas vormachen konnte.
Berühmt für seinen Witz, seinen Charme, seine Schlagfertigkeit,
hatte er auf jeden Satz eine Antwort parat.
Das verlockte die Fee, ihn nach einem Wunsch zu fragen. Und
sie sprach: „Ich will Dir einen Wunsch erfüllen.
Aber gib fein acht, Du hast nur diesen einen Wunsch frei und
kannst ihn nicht mehr rückgängig machen.“
Da hielt der Vorwitzige, der stolz auf seine Cleverness war,
einen Augenblick inne, bedachte sich kurz und sagte schmunzelnd:
„Ich wünsche mir von Dir, dass all meine Wünsche
jederzeit in Erfüllung gehen.“
Und so geschah es. Kaum hatte er einen Wunsch frei gedacht,
so erfüllte er sich ihm. Anfangs war das noch ein Heidenspaß,
ein Sport, als könne er mit der Fee wetteifern, indem
er sich immer neue Wünsche erdachte. Doch das eben war
die Crux: je mehr Wünsche er sich erfüllte, desto
weniger hatte er. Und das beunruhigte ihn. Ein Gefühl
der Leere bemächtigte sich seiner. Und so versank er
zuletzt in endloses Grübeln darüber, dass er einfach
keine Wünsche mehr hatte.
Pressestimmen
Selbstredend erfüllt die Fee prompt jeden der Wünsche.
Doch die meisten verkehren sich ins Gegenteil. So muss der
Reiche elendig verhungern, da sich, wie einst bei König
Midas, auch Speis und Trank in Gold verwandeln, sobald er
diese berührt. Die Tierfreundin, als sie endlich die
Sprache der Tiere versteht, lernt deren Hass auf die Menschen
kennen. Die Ein-Wunsch-Fee-Geschichten sind kurze Episoden,
die in ein Stakkato der Katastrophen münden.
Rainer Hohberg, in: Palmbaum 2/2025
Das Märchenhafte
der Dwars’schen Geschichten liegt in der Moral, nicht
im fantastischen Funkeln seiner Ausschmückung. Das klingt
nüchterner als es ist: Es liegt ein großer Zauber
in der Spannung, zu welch kurzsichtigen Wünschen sich
die Personen hinreißen lassen: Was haben sie nun wieder
nicht bedacht? Man ist schnell verleitet auch sein eigenes
Wunscharsenal zu überprüfen.
Eingefasst in ganzseitigen Tuschezeichnungen des Autors und
vielen Vignetten in Weinrot durchzieht den schmalen Band eine
gelungene Leichtigkeit. Der Moment zählt, die Pointe,
die Möglichkeit des Weiterdenkens durch Weglassen von
überflüssigen Details. Das gilt für Bild wie
Text gleichermaßen.
Till
Schröder, in: Marginalien. Zeitschrift für Buchkunst
und Bibliophilie
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